Riehen richtet die Entwicklungszusammenarbeit neu aus

13. Mai 2026

Die Gemeinde Riehen passt ihre Entwicklungszusammenarbeit an aktuelle globale Herausforderungen und veränderte finanzielle Rahmenbedingungen an. Mit der Teilrevision der Richtlinie zur Vergabe von Geldern in der Entwicklungszusammenarbeit sollen die verfügbaren Mittel gezielt, wirkungsvoll und nachhaltig eingesetzt werden. Der Schwerpunkt liegt verstärkt auf internationaler Zusammenarbeit, humanitärer Hilfe sowie Katastrophenvorsorge.

Im Zuge der vom Einwohnerrat beschlossenen Budgetkürzung im Dezember 2024 von rund 40 % wurde die Richtlinie zur Entwicklungszusammenarbeit überarbeitet. Die revidierte Richtlinie trägt der zunehmenden Bedeutung von Krisenbewältigung, Prävention und nachhaltiger Entwicklungsförderung Rechnung. Gleichzeitig werden die Förderkriterien geschärft: Unterstützt werden insbesondere Projekte mit lokaler Verankerung, partizipativer Ausrichtung und langfristiger Wirkung. Die Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen und Gemeinschaften soll gestärkt werden, um Eigenverantwortung und langfristige Wirkung vor Ort zu fördern.

Fokus auf internationale Zusammenarbeit bei der Mittelvergabe
Die Mittelvergabe wird künftig stärker auf internationale Projekte sowie auf humanitäre Hilfe und Katastrophenvorsorge fokussiert. Ziel ist es, die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der eingesetzten Mittel durch kontextnahe, bedarfsorientierte und breit abgestützte Lösungsansätze zu erhöhen. Dabei bleiben mehrjährige Programmbeiträge zentraler Bestandteil der Entwicklungszusammenarbeit der Gemeinde Riehen; die vierjährige Laufzeit schafft für die Hilfsorganisationen Planungssicherheit. Mit den einjährigen Projektbeiträgen bleibt die Entwicklungszusammenarbeit flexibel und kann auf neue Initiativen oder globale Entwicklungen reagieren.

Auf die Festlegung eines Betrags für die Finanzierung von Projekten im Inland wird künftig verzichtet. Projekte mit zivilgesellschaftlicher Verankerung im Inland können im Einzelfall weiterhin unterstützt werden.

Die langjährige Partnerschaft mit der rumänischen Partnergemeinde Csíkszereda wird im Rahmen der bestehenden Vereinbarungen weitergeführt. Die bestehende Patenschaft mit der jurassischen Gemeinde Val Terbi läuft Ende 2027 aus. Die dadurch freiwerdenden Mittel sollen künftig insbesondere zur Stärkung der humanitären Hilfe und der Katastrophenvorsorge eingesetzt werden.

Mehr Gewicht für humanitäre Hilfe und Katastrophenvorsorge
Die bisherige Humanitäre Soforthilfe umfasste Massnahmen zur unmittelbaren Bewältigung akuter Notlagen im In- und Ausland mit dem Ziel, Leben zu retten und die Grundversorgung sicherzustellen. Neu soll die Humanitäre Hilfe mit der Finanzierung von Projekten in der Katastrophenvorsorge ergänzt werden. Diese beinhaltet zusätzlich präventive Massnahmen zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit gegenüber zukünftigen Krisen. Dazu zählen insbesondere der Aufbau lokaler Kapazitäten, Risikominimierung sowie die Vorbereitung von Gemeinschaften auf Notlagen. Damit trägt die Gemeinde Riehen der zunehmenden Zahl nationaler und internationaler Krisen sowie Naturkatastrophen Rechnung.

Die angepasste Richtlinie zur Entwicklungszusammenarbeit tritt per sofort in Kraft und ist auf der Webseite der Gemeinde Riehen veröffentlicht.

Riehen, 13. Mai 2026

Weitere Auskünfte erteilen:
Martin Leschhorn Strebel, Gemeinderat, Tel. 079 673 02 24
Lia Meister, Abteilungsleiterin Gesundheit und Soziales, Tel. 061 646 82 67

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