Leitsätze für das Stettenfeld

Leitsätze aus dem Klärungs- und Partizipationsprozess

Die Leitsätze sind das Resultat eines vielfältigen Austauschs im Verlauf der letzten zwölf Monate: Dazu gehören zwei Videokonferenzen mit den Grundeigentümern, Begehungen des Stettenfelds mit Interessierten sowie den jetzigen Nutzerinnen und Nutzern, schriftliche Befragungen der Mitglieder des Einwohnerrates sowie der Grundeigentümer, der Austausch mit der zuständigen Kommission des Einwohnerrates, die verwaltungsinterne Absprache sowie Diskussionen im Gemeinderat. Sie sind nun eine der Grundlagen für das Zukunftsbild, welches im Sommer 2021 vom Gemeinderat verabschiedet wird. 

Wohnen und Zusammenleben
Im Stettenfeld wird das Grosse Grüne Dorf 2.0 mit verschiedenen Wohnformen weitergebaut. Diese tragen sowohl der sozialen Durchmischung, dem Bedürfnis nach bezahlbarem Wohnraum als auch der Nachfrage nach Wohneigentum Rechnung. Der qualitativ hochstehende Grünraum ist das Verbindungselement für das vielfältige Zusammenleben im Stettenfeld.

Arbeiten und Dienstleistungen
Neben einem vielfältigen Wohnraumangebot tragen Kleingewerbe- und Dienstleistungsbetriebe sowie Co-Working-Spaces zu einem lebendigen Stettenfeld bei. Damit werden Arbeitsplätze geschaffen und das Gebiet wird nach dem Prinzip der kurzen Wege mit Gütern des täglichen Bedarfs versorgt. Es wird darauf geachtet, dass durch die neuen Betriebe das Angebot im Dorfzentrum Riehens nicht konkurrenziert wird.

Bauweise, Etappierung und Energie
Es kommen unterschiedliche Typologien zum Einsatz, von Reihen-Einfamilienhäusern bis zu Mehrfamilienhäusern. Dabei wird der durchschnittliche Wohnflächenverbrauch pro Kopf möglichst geringgehalten und der Charakter des grossen grünen Dorfs bleibt gewahrt.

Das Stettenfeld nimmt eine energetische Vorbildfunktion in der Gemeinde Riehen ein. Das wird erreicht, indem als Energieträger erneuerbare Energien und ökologisch wertvolle Baumaterialien genutzt werden. Nach dem Konzept der Regenwasserbewirtschaftung wird im Stettenfeld anfallendes Regenwasser lokal aufgenommen, gespeichert und verwertet.

Das Areal wird in mehreren Etappen entwickelt. Dabei wird darauf geachtet, dass die aus den unterschiedlichen Bauphasen resultierenden Auswirkungen so quartierverträglich wie möglich sind, wobei auch allfällige finanziellen Folgen für die Grundeigentümerschaften und die Gemeinde zu berücksichtigen sind.

Natur, Ökologie und Klima
Der Natur wird im Stettenfeld eine grosse Bedeutung beigemessen. Es wird darauf geachtet, dass der Versiegelungsgrad möglichst tief gehalten wird und ökologisch gestaltete Grünflächen im Stettenfeld dominieren. Die Grünräume bilden Vernetzungsachsen für die Tierwelt und sorgen für ein angenehmes Mikroklima. Dies gilt insbesondere für den Hangbereich im Osten des Areals, der frei von Bebauung für die Frischluftzufuhr sorgt.

Bestehende Naturwerte wie Obstbäume, Wiesen und Terrassen sowie markante Bäume werden so weit möglich zu erhalten. Eine Erhebung der bestehenden Naturwerte hat besonders wertvolle und bemerkenswerte Flächen bezeichnet, die in der weiteren Planung berücksichtigt werden müssen.

Öffentliche Grünflächen
Auf dem Stettenfeld bieten ökologisch gestaltete und öffentlich zugängliche Parkanlagen Platz zum Spazieren, Spielen oder Erholen. Wasser bildet dabei auch ein wichtiges Element für ein angenehmes Mikroklima im Gebiet. 

Freiraum innerhalb der Bauzone
Innerhalb der Bauzone sorgen neben privaten Aussenräumen auch öffentliche Grünflächen für die Charakteristik des Grossen Grünen Dorfs 2.0. Ein zentraler Quartierplatz sowie weitere öffentliche Freiräume wirken als Treffpunkte und sorgt für ein lebendiges Stettenfeld.

Freizeit- und Sportanlagen
Eine multifunktionale Sporthalle und ein Spielplatz bilden die Freizeitinfrastrukturen des Stettenfelds.

Bereits ortsansässige Sport- und Freizeitvereine sind ein wichtiger Bestandteil eines lebendigen Stettenfelds und werden in der Planung berücksichtigt.

Es wird zudem darauf geachtet, Angebote für Jugendliche bereitzustellen.

Mobilität, Verkehr und Erschliessung
Das vorherrschende Verkehrsmittel innerhalb des Stettenfelds ist der Fuss- und Veloverkehr. Das Wohngebiet soll möglichst wenig Autoverkehr generieren, der Fokus liegt auf attraktiven, kurzen Wegen, die zu Fuss oder per Velo zurückgelegt werden können. Eine Veloschnellroute entlang der S-Bahnlinie verbindet die Zentren von Riehen und Lörrach mit dem Stettenfeld.

Das Areal ist gut mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen. Ergänzend kommen zukunftsweisende Mobilitätsformen wie «Shared mobility» oder Ruftaxis zum Einsatz. Für den motorisierten Individualverkehr stehen eine oder mehrere Parkierungsanlagen für Bewohner und Besucherinnen zur Verfügung, die möglichst platzsparend realisiert werden und somit bestehende Grün- und Freiflächen schonen.

Mittels einer neuen Unterführung für den Langsamverkehr unterhalb der S-Bahn-Linie wird das Stettenfeld an die umliegenden Gebiete angeschlossen. Die Unterführung sichert auch den Zugang zu einer allfälligen S-Bahn-Haltestelle Stettenfeld.

Quartierversorgung und Infrastruktur
Das familienfreundliche Stettenfeld zeichnet sich durch Angebote wie einen Kindergarten mit öffentlichem Spielplatz, eine Kindertagesstätte mit Mittagstisch oder das nahegelegene Schulhaus «Hinter Gärten» aus. Ein Quartiertreff bildet den Mittelpunkt des Stettenfelds und bietet mietbare Räume für seine BewohnerInnen. Ein Restaurant, ein Café, ein Quartierladen und weitere Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe sorgen für ein lebendiges Stettenfeld.

Kontakt
Sebastian Olloz
Telefon: 
+41 61 646 82 59