Streiflicht: Das Spital an der Landesgrenze

Die Patientinnen und Patienten des Riehener Spitals kamen noch lange nicht immer aus Riehen und Bettingen. Der Anteil der Behandelten aus dem südbadischen Raum betrug zuweilen bis zu einem Drittel oder sogar mehr.

Das Diakonissen-/ Gemeindespital war kein grosses Spital, gleichzeitig lag es – zumindest aus Schweizer Perspektive – geografisch an der Peripherie. Vor diesem Hintergrund beeindruckt nicht nur sein Therapie- angebot, sondern auch sein Einzugsgebiet. Längst nicht alle Patientinnen und Patienten stammten aus Riehen und Bettingen. Viele Behandelte kamen aus der Stadt, nicht zuletzt deshalb, weil das Diakonissenspital bis zur Gründung des Claraspitals im Jahr 1928 das einzige Akutspital für Erwachsene auf der rechten Rheinseite war.

Ein nicht unerheblicher Teil der Patientinnen und Patienten reiste zudem aus dem benachbarten Ausland an. Insbesondere im ausgehenden 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war der Anteil an behandelten Südbadenerinnen und Südbadenern hoch. Er überstieg zuweilen ein Drittel der behandelten Personen, war aber stark abhängig von der politischen und ökonomischen Situation: So kamen zum Beispiel in der Zeit des Zweiten Weltkriegs keine Patientinnen und Patienten mehr zur Behandlung über die Grenze. Während im Spitaljahr 1928/29 noch rund ein Drittel der Behandelten aus Südbaden angereist war, wurden Anfang der 1940er-Jahre praktisch keine Patientinnen und Patienten aus dieser Region mehr behandelt. Dagegen sind beispielsweise einige wenige Fälle dokumentiert, die belegen, dass im Riehener Spital auch verletzte Flüchtlinge behandelt wurden.

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