Streiflicht: Das Kropfspital

Die komplexe Schilddrüsenchirurgie bildete das bekannteste Spezialgebiet des Spitals, das auch als „Kropfspital“ bezeichnet wurde. Die Riehener Chirurgen griffen bei der Dokumentation ihrer Eingriffe auf eine eigenwillige Methode zurück.

Weil die Nahrung und das Trinkwasser besonders wenig Jod enthielten, litten in Riehen und im Wiesental bis ins 20. Jahrhundert hinein vergleichsweise viele Menschen an vergrösserten Schilddrüsen, sogenannten ‹Kröpfen›. Nicht zuletzt aufgrund dieser lokalen Besonderheit wagten sich die Chirurgen des Diakonissenspitals bereits in den 1880er-Jahren an die operative Entfernung dieser Kröpfe. Die anspruchsvolle Schilddrüsenchirurgie entwickelte sich zum Spezialgebiet des Spitals. Patientinnen und Patienten aus der ganzen Region reisten nach Riehen, um sich hier behandeln zu lassen, darunter auch viele Südbadenerinnen und Südbadener.

In den erhaltenen Patientenakten sind Tausende dieser Operationen dokumentiert. Um angesichts der zeitweise beachtlichen Zahl an Eingriffen nicht zu viel Zeit bei der Anfertigung der Operationsskizzen zu verlieren, entwickelten die Riehener Chirurgen eine eigenwillige Dokumentationsmethode: Bis in die 1980er-Jahre pressten sie die entfernten Organe wie Stempel direkt in die Krankengeschichte und ergänzten diese durch Skizzen.

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